

Wichtrach/Sagibach - Pokalspiele schreiben bekanntlich ihre ganz eigenen Geschichten und manchmal wiederholt sich die Historie mit verblüffender Dramatik: Am 24. Februar 2019 trafen die White Stags im KBEHV-Cup-Halbfinale auf den SC Freimettigen II. Damals drehten die Herrischrieder Jungs nach Rückstand erst in den Schlussminuten die Partie zu einem spektakulären 5:4-Auswärtssieg und zogen ins Endspiel ein.
Über sieben Jahre später stand für die Hotzenwälder am Sonntagabend im Sportzentrum Sagibach erneut ein K.o.-Duell gegen die Berner an. Und wieder sollte es ein echter Nervenkrimi werden. Nach rund zwei Stunden Anreise zu später Stunde wollten die White Stags den Erstrunden-Fluch der letzten beiden Jahre nun endlich brechen.
Die White Stags fanden ordentlich in die Partie und begegneten den Gastgebern auf Augenhöhe. Das nötige Scheibenglück lag im ersten Spielabschnitt jedoch klar auf Seiten des SC Freimettigen: Während der EHC gute Gelegenheiten ungenutzt ließ, nutzten die Berner zwei ihrer Möglichkeiten konsequent aus, sodass es mit einem 0:2-Rückstand in die erste Pause ging. In der Kabine fand Spielertrainer Tim Löhrer klare und sachliche Worte: Er analysierte die Entstehung der Gegentreffer und appellierte an das Team, diszipliniert an den trainierten Vorgaben und am Matchplan festzuhalten.
Trotz des festen Willens, das Blatt sofort zu wenden, blieb das Momentum zunächst bei den Hausherren. Freimettigen hatte das Spielglück weiterhin auf seiner Seite und baute den Vorsprung nach rund 27 Minuten auf 0:4 aus.
Zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie endgültig kippen können, doch die White Stags bewiesen eine überragende Moral. Den Knotenlöser besorgte Tom Kohler (#18): Aus scheinbar unmöglicher Position hinter der Torlinie überwand er den gegnerischen Torhüter mit einem beherzten Schuss und eröffnete damit das Scoring für die White-Stags. Mit diesem Treffer kippte das Momentum spürbar, während bei den Gastgebern nach der intensiven Anfangsphase langsam, aber sicher die Kräfte schwanden.
Defensiv wuchs EHC-Schlussmann Daniel Mendelin mit zunehmender Spieldauer über sich hinaus. Nach den anfänglichen unglücklichen Gegentreffern steigerte er sich in Bestform, entschärfte Großchancen der Berner mit großer Ruhe und gab seinen Vorderleuten den nötigen Rückhalt.
Vorne zeigte sich die enorme Ausgeglichenheit der White Stags: Die Verantwortung wurde im Kollektiv getragen, insgesamt sieben verschiedene Torschützen trugen sich am Ende in den Spielbericht ein. Neuzugang Philip Riessle (#26) fügte sich nahtlos und spielfreudig in das Gefüge ein, während der neue Kapitän Jonas Schäuble (#34) seine Mannschaft ruhig und souverän durch die intensiven Phasen führte. Auch das junge Schiedsrichtergespann, das sehr viel durchgehen ließ, brachte den EHC nicht mehr aus dem Konzept.
Im letzten Drittel ließen die Kräfte der Hausherren endgültig nach. Die White Stags behielten die Nerven, spielten clever weiter und machten mit zwei weiteren Treffern den Sack zu. Am Ende stand ein hart erkämpfter, aber hochverdienter 7:4-Arbeitssieg und der Einzug in die nächste Runde des KBEHV-Cup!
Ein großes Dankeschön gilt an diesem Abend auch den mitgereisten Fans: Sie scheuten weder die späte Stunde, noch die weite Fahrt ins Sportzentrum Sagibach. Die Mannschaft hat sich riesig über die Unterstützung vor Ort gefreut, die gerade in der Aufholjagd für zusätzlichen Rückenwind sorgte. Mit etwas Losglück dürfen sich Team und Fans in der nächsten Pokalrunde nun vielleicht auf ein Heimspiel in der heimischen Eissporthalle freuen.
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